Andacht November 2016



Monatsspruch für November


Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, dass das scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. (2. Petrus1, 19)

Liebe Gemeinde!

Im November haben wir gerade die Umstellung der Uhren auf die Winterzeit hinter uns. Manche tun sich mit dieser Umstellung schwer. Einige wissen nicht, ob sie die Uhr vor oder zurückstellen müssen. Bei anderen gerät das innere Zeitgefühl durcheinander, und sie haben ohne Blick auf die Uhr auf einmal kein Gefühl mehr dafür, wie viel Uhr es sein könnte. Wir alle spüren nun deutlich, wie kurz die Tage inzwischen geworden sind. Zwischen 17 und 18 Uhr wird es bereits dunkel, ja, an manchen Tagen scheint es gar nicht richtig hell zu werden.
Der eine oder die andere von ihnen hat in diesem Jahr eine Zeitenwende noch anderer Art erlebt: Ein nahestehender Mensch ist verstorben. Damit ist im eigenen Leben nichts mehr wie vorher. Das Gegenüber, mit dem man alles besprechen konnte, fehlt. Gemeinsame Rituale haben keinen Sinn mehr. Alles ist ins Wanken geraten. Das Leben hat viel von seinem Glanz verloren. Traurigkeit lastet auf der Seele wie ein dunkler Schatten.
Die ersten Christengenerationen erlebten eine solche Zeit der Trauer, als Jesus zu seinem himmlischen Vater zurückgekehrt war. Das war für sie so etwas wie eine Zeitenwende, vor allem, als die erwartete Wiederkehr ausblieb. Sie wussten nicht mehr, woran sie sich halten sollten. Jesus, den sie hätten fragen können, stand nicht mehr als menschliches Gegenüber zur Verfügung. Manche schlugen deshalb über die Stränge und ließen sich fortan von ihrer Gier nach Genussmitteln und Besitz treiben.
Der Verfasser des zweiten Petrus-Briefes versucht, den verunsicherten Christen Orientierung zu verschaffen. Er weist sie auf einen Fixpunkt in ihrem durcheinander geratenen Weltbild hin: nämlich auf das Wort der Heiligen Schrift. Da sind die Worte unseres heutigen Alten Testaments, die gläubigen Menschen schon in der Vergangenheit als Orientierung gedient haben. Viele der prophetischen Worte haben sich in Jesus erfüllt und so als verlässlich erwiesen. Die Gebote der Väter erweisen sich immer aufs Neue als aktuell und wegweisend. Wenige Zeit nach der Abfassung des 2. Petrus Briefes begann die Sammlung der Schriften, die heute unser Neues Testament darstellen. Zahlreiche Menschen haben durch sie Jesus kennen gelernt und erfahren durch die Beschäftigung mit dem biblischen Wort immer aufs Neue Trost und Wegweisung.
Gerade in unsicheren und düsteren Zeiten erweist sich das biblische Wort als ein Licht, das den eigenen Lebensweg tröstlich beleuchtet, als ein Fixstern, an dem man sich ausrichten und orientieren kann. Und das Schöne ist: Dieser Stern ist wie der Morgenstern am Himmel ein Zeichen dafür, dass Gottes Tag irgendwann ganz gewiss über dieser Welt und in unseren Herzen aufgeht. Ich möchte Ihnen deshalb Mut machen, an Gottes Wort festzuhalten, gerade dann, wenn in ihrem Leben viel in Bewegung ist, und zu erleben, wie sein Wort einen hellen Schein auf ihren Weg wirft. Amen.

Es grüßt Sie herzlich
Ihre Pfarrerin Hartmann

Foto: Wodicka gemeindebrief.de

Losungen des Tages

Du, HERR, segnest die Gerechten, du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.

Psalm 5,13

Lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit.

Hebräer 4,16

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