Andacht April / Mai 2020


Liebe Gemeinde !
Christen sind beschenkte Menschen. Das wird an unseren großen Festtagen besonders deutlich. Jesus Christus kommt
aus dem Bereich Gottes zu uns in diese Welt. Er klammert sich nicht
an seine göttliche Würde, sondern teilt freiwillig unser menschliches
Schicksal von der Geburt bis zum Tod. Bis ins Leiden und Sterben
hinein bleibt er an unserer Seite.
An Karfreitag bedenken wir, wie sein Tod uns zu einer Quelle der Vergebung und Zuversicht wird. Auch das neue Leben, zu dem
Gott ihn an Ostern erweckt, teilt er mit uns und schenkt uns so Hoffnung über den Tod hinaus. Vergebung, Nähe, Lebensmut –
das sind Gaben, die Gott uns allen zukommen lässt!
Später, zu Pfingsten, wird deutlich, dass er uns darüber hinaus auf individuelle Weise beschenkt. Zu Pfingsten werden
die durch die Himmelfahrt Jesu verunsicherten Jünger mit Gottes Geist begabt. Sie gewinnen Mut, Gottes große Taten weiter-
zusagen, und das in Sprachen, die sie nie zuvor erlernt haben.
Das ist das große Wunder von Pfingsten. Doch später, in den neu entstehenden Gemeinden, ereignen sich noch viele kleine Pfingstwunder.
Die zum Glauben gekommenen Christen entdecken viele Begabungen an sich. Jeder und jede ist auf unterschiedliche Weise begabt: Die einen sind besonders geeignet für den Verkündigungsdienst. Die anderen haben ein Herz für Benachteiligte und sorgen dafür, dass diese in der Gemeinde nicht zu kurz kommen. Wieder andere können gut mit jungen Menschen umgehen und kümmern sich darum, dass diese ihren Platz in der Gemeinde finden.
Diese „kleinen“ Pfingstwunder ereignen sich bis heute. Als christliche Gemeinde leben wir davon, dass Menschen ihre Begabungen bei uns einbringen und sie in den Dienst von Menschen stellen, die in irgendeiner Weise darauf angewiesen sind. Für manchen ist die Kirche ein gutes Erprobungsfeld, um herauszufinden, welche Begabungen Gott ihm mitgegeben hat, über die hinaus, die in Beruf und Alltag ohnehin schon zum Tragen kommen. Im Krankenhaus bilden wir zur Zeit z.B. eine Gruppe von Freiwilligen aus, die in ihrer Freizeit Patienten besuchen und sie seelsorglich begleiten. Es ist beglückend, wenn die Besuchenden festzustellen: „Ich kann mit meiner Art einem Menschen in einer
schwierigen Situation Mut machen.“ In der Gemeinde gibt es
noch viele andere Möglichkeiten, Talente einzubringen und zu erproben: ob bei der Erstellung von Gemeindebrief oder
Homepage, beim Vorbereiten von Festen, in der Leitung oder anderswo. Ich lade Sie herzlich ein, Ihre Talente bei uns zu erproben!
Vielleicht kennen Sie Ihre Stärken auch schon – ein Grund mehr, sie in der Gemeinde Jesu Christi einzubringen. Denn alles, was wir als Menschen haben oder können, haben wir von Gott empfangen. Wir tragen deshalb Verantwortung dafür, wie wir sie einsetzen, ob nur zu unserem eigenen Nutzen oder im Dienst für andere. Als Christen orientieren wir uns an dem, der alles, was er hatte, in den Dienst unseres Heils und Wohls eingestellt hat.
Christliche Gemeinde kann deshalb nichts anderes sein als eine Dienstgemeinschaft, d.h. eine Gemeinschaft von Menschen, die die Gaben, die sie von Gott empfangen haben, in den Dienst aller stellen!

Es grüßt Sie herzlich
Ihre Pfarrerin Hartmann

Losungen des Tages

Ich weiß wohl, es ist so: Wie könnte ein Mensch recht behalten gegen Gott. Hat er Lust, mit ihm zu streiten, so kann er ihm auf tausend nicht eines antworten.

Hiob 9,2.3

Der Schriftgelehrte sprach zu Jesus: Ja, Meister, du hast recht geredet! Er ist einer, und ist kein anderer außer ihm; und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und mit aller Kraft, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Da Jesus sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes.

Markus 12,32-34

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