Andacht Juni/Juli 2020


Monatsspruch Juli 2020
Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.
1.Kön 19,7 (L)

Liebe Gemeinde !
Sie haben einen weiten Weg vor sich. Diesen Satz bekommt so mancher Patient im Krankenhaus zu hören, etwa wenn er an Krebs erkrankt oder einen Schlaganfall erleidet. Auch wenn die akute Gefahr abgewendet ist, so ist der Weg bis zur Genesung oder Rückkehr in den Alltag weit. Sie haben noch einen weiten Weg vor sich, warnt die Therapeutin ein Paar oder eine Familie, die Verständigungsschwierigkeiten haben und erst wieder lernen müssen, miteinander zu reden.
Und uns allen ist deutlich geworden, dass der Weg aus der Corona-Krise heraus in die alte oder eine neue Realität ein langer sein wird.
„Du hast einen weiten Weg vor dir“ – so warnt auch ein Engel den Propheten Elia, der erschöpft unter einem Ginsterstrauch liegt.
Dabei hat Elia nicht nur einen weiten Weg vor sich, sondern auch schon eine lange Strecke hinter sich. Elia lebt in einer gottvergessenen Zeit.
Israels König Ahab hat sich von seiner ungläubigen Frau Isebel selber vom Glauben abbringen lassen und mit seinem Unglauben die ganze Bevölkerung beeinflusst.
Ja, Isebels Hass auf den jüdischen Glauben nimmt sehr drastische Formen an: So lässt sie alle Menschen, die Gott als seine Propheten berufen hat, töten. Einige wenige wie Elia entkommen ihr.
Elia tritt mit großer Eindeutigkeit für den Gott Israels ein und fordert die Israeliten zur Umkehr auf.
Durch intensive Gebete bewegt er Gott dazu, es nach langer Zeit wieder im Land regnen zu lassen.
So führt er den Israeliten die Überlegenheit Gottes über alle anderen Götter vor Augen. Doch damit erntet er nicht etwa Dank, sondern schürt Isebels Hass nur noch mehr. Sie droht, auch ihn zu töten. Elia flieht in eine Wüste und lässt sich schließlich erschöpft unter einem Ginsterstrauch fallen.
Er schläft ein. Wahrscheinlich fühlt er sich nicht nur von den Menschen, sondern auch von Gott im Stich gelassen. Gott gibt ihm zunächst keine neue Zusage seiner Treue. Ob Elia ihr in seiner Erschöpfung und mit leerem Magen auch hätte glauben können? Doch Gott schickt ihm einen Engel, der ihm mehrmals etwas zu essen und zu trinken vorsetzt und ihn auffordert, sich zu stärken, mit der Begründung: „Du hast einen weiten Weg vor dir.“
Erst am Ende dieses Weges wird Gott Elia, wenn auch in verhüllter Gestalt, persönlich begegnen.
Außerdem schickt Gott ihm dann einen Nachfolger, der die Last von seiner Schulter nimmt und sein Werk an seiner Stelle weiterführt.
Wer weite Wege zurücklegen muss, braucht Stärkung. Wie gut, dass wir wieder Gottesdienste feiern dürfen, in denen Gott uns mit seinem Wort berührt und stärkt. Er ist wie ein guter Hirte, der uns, seine Herde, auf grüne Auen und zum frischen Wasser führt und unsere Seele erfrischt.
So zugerüstet, können wir uns wieder auf den Weg machen. Wir erfahren neue Kraft, um um unsere Gesundheit zu kämpfen, uns für unsere Beziehungen einzusetzen und den Weg durch die Corona-Krise und eines Tages auch aus ihr heraus zu bestehen.

Es grüßt Sie herzlich
Ihre Pfarrerin Hartmann





Foto: Lotz

Losungen des Tages

Gideon sprach: Ich will nicht Herrscher über euch sein, sondern der HERR soll Herrscher über euch sein.

Richter 8,23

Nicht der ist bewährt, der sich selbst empfiehlt, sondern der, den der Herr empfiehlt.

2. Korinther 10,18

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